Schon bisher mussten Fundraiser in NPO, zumindest in den kleineren Organisationen, eierlegende Wollmilchsäue sein: Motiviert sollten sie sein, marketingmässig kompetent, thematisch auf der Höhe, Sozialkompetenz sollten sie besitzen, kreativ schreiben und gestalten können, von Datenbanken etwas verstehen und von Strategie…
Wie zu erwarten, kommen zu all diesen Kompetenzen durch die neuen Kommunikationskanäle weitere hinzu. NPO-Profis müssen nun auch – zumindest grundsätzlich – wissen, wie man Online-Tools einsetzt, um Digital Natives und auch die Immigranten anzusprechen und zu motivieren und um die Mission der Organisation zu erfüllen.
Anthony Sicola vom Netwits ThinkTank listet die für ihn wichtigsten neuen NPO-Karriere-Kompetenzen:
1. Konversation und Kommunikation unterstützen.
– Wissen, wie man Unterstützer und Spender via Social Media-Kanäle wie Twitter, Facebook, Flickr, YouTube, Blogs etc. anspricht und motiviert, indem man richtig diskutiert, zuhört, fragt und antwortet.
- Beziehungen zu Unterstützern und Spendern durch Newsletter und Email-Marketing-Kampagnen effektiv pflegen (Fokus auf dem Spender, nicht auf der Organisation).
2. Communities aufbauen.
– Social Media-Kanäle nutzen, um Neuigkeiten und Aktivitäten zu verbreiten und um Personal und Ehrenamtliche zu akquirieren/rekrutieren.
- Feedback, Meinungen und Kritik über die Organisation sammeln und darauf basierend ggf. Änderungen vornehmen.
- Verstehen, dass Menschen sich um Themen versammeln und sich für Themen engagieren, die ihnen wichtig sind und an die sie glauben. Nicht einfach, um auf einer Website oder in einer Community zu sein.
3. Die Bedeutung von Beziehungs-Management-Tools verstehen.
– Wissen, dass es Donor/Constituent Relationship Management-Software gibt und wie man Spenderbeziehungen mit diesen Instrumenten aufbaut und pflegt.
- Content Management Systeme verstehen und anwenden können, um die Effizienz und Effektivität der Website zu steigern.
- Event Management Software wie «Friends Asking Friends» verstehen und anwenden, um Event-Teilnehmer anzusprechen.
4. Daten effektiv nutzen.
– Gesammelte Daten analysieren und auswerten, um den Wert von Programmen, Produkten und Kampagnen zu bestimmen.
- Website-Statistiken nutzen, um die Effektivität der Website zu messen, die Website für Suchmaschinen zu optimieren und Adwords einzusetzen, um Traffic auf die Website zu bringen.
- Anhand gesammelter Daten Spendern und Unterstützern berichten können.
Spätestens hier möchte man sich als überforderter Fundraiser von der nächsten Brücke stürzen. Deshalb möchten wir hier gleich anfügen: Niemand auf der ganzen Welt kann heute mehr alle Kompetenzen in sich vereinen, die es braucht, um effektiv Fundraising zu betreiben. Kein Fundraiser und auch keine Agentur. Denn Fundraising ist heute nicht mehr einfach Fundraising, sondern verteilt sich auf sehr viele verschiedene Disziplinen, die sich darüber hinaus öfter auch mit dem Bereich Kommunikation decken.
Wichtig ist, dass Fundraiser wissen, dass es diese Disziplinen gibt, wozu sie jeweils nützen und wozu nicht und wie sie grundsätzlich funktionieren. Wichtig ist auch, dass Fundraiser wissen, dass es unabdingbar ist, einen auf die eigenen Organisationsressourcen und Ziele abgestimmten Massnahmenplan für den Einsatz dieser Disziplinen zu erarbeiten: Was machen wir wann und mit welcher Zielsetzung und was nicht? Welche Ressourcen haben wir selber und welche nicht?
Und wichtig ist, zu wissen, dass es heute kein Luxus ist, professionelle Dienstleistungen gezielt einzukaufen. Sondern überlebenswichtig.
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