Das Thema Sex und Fundraising taucht immer wieder auf. Im UK Fundraising Blog wurde eine Verbindung zwischen Sex und Fundraising gezogen, die zwar interessant, aber auch widersprüchlich bzw. kontrovers ist. So schreibt dort Kevin Baughen über eine Studie an der University of Kent, deren Ergebnisse den Einsatz von sex-bezogenen Werbetaktiken auch im Fundraising nahelegen. Die Studie mit dem Namen «Darwinian Pschology and its relevance to charitable giving, philanthropy and volunteering» zeigt, dass Menschen eher spenden, wenn jemand da ist, den sie beeindrucken wollen. Dies gilt vor allem für Männer, die damit eine Frau beeindrucken wollen, an der sie sexuell interessiert sind – eine Tatsache, die den Rosenverkäufern in Restaurants sicher nicht unbekannt ist.
Laut Studie beeinflussen Bilder von Frauen in Verbindung mit einer Kampagne sowohl zuschauende Männer wie auch Frauen positiv. Frauen können jedoch auch durch philanthropische Männer und Bilder von Kindern motiviert werden.
Baughen gibt Tipps fürs Fundraising:
- Nutzen Sie Bilder von realen, attraktiven Frauen, die aktiv das tun, zu dem Sie Ihre Zielgruppe bewegen wollen.
- Falls Ihre Zielgruppe weiblich ist, könnte es sich lohnen, eher auf männliche Authoritäten zu setzen. Tests in einer Gesundheitsorganisation haben gezeigt, dass Frauen Ärzte als glaubhafter empfanden, wenn sie durch männliche Models oder Bilder von männlichen Ärzten dargestellt wurden.
- Das Alter der Models oder abgebildeten Menschen sollte zu den Erwartungen der Zielgrupe passen. Dabei muss man wissen, dass sich über 35-jährige Männer als nicht viel älter als 25 empfinden. Dieses Verhaltensmuster bleibt und trägt mit dazu bei, dass 40jährige Männer durch Bilder von gleichaltrigen Frauen nicht so sehr motiviert werden, als von Bildern von Frauen zwischen 25 und 35.
- Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie leicht bekleidete junge Frauen auf Sportautos drapieren sollten, wenn es nicht wirklich zu Ihrer NPO, zu Ihrem Thema und zu Ihrer Zielgruppe passt. Zum Thema Hodenkrebs (und zur Zielgruppe männlicher Kanadier) kann es passen, wie das Video der NPO Everyman (siehe unten) zeigt.
- Relevanz muss immer gegeben sein, wenn Sie Menschen als Testimonials einsetzen. Den Empfängern der Botschaft ist letztendlich das Geschlecht des Testimonials weniger wichtig als das Gefühl, für dumm verkauft zu werden.
- Suchen Sie menschliche Vorbilder, die Sie langfristig als «Gesichter» Ihrer NPO aufbauen können.
- Laden Sie Frauen ein zu Fundraising-Events als Tischdamen für philanthropische Männer.
- Agieren Sie nicht auf der Basis genereller Aussagen. Testen Sie selbst mit Ihren eigenen Zielgruppen.
Baughen hat mit seinen Ideen eine ziemliche Diskussion losgetreten. Ian McQuillan vertritt darin eine etwas differenziertere Ansicht der Studienergebnisse. Manche der Teilnehmer meinen, das sei alles ziemlich kalter Kaffee und in der Realität des täglichen Fundraisings sowieso nicht umsetzbar – wie viele wissenschaftliche Ergebnisse.
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Was meinen Sie? Haben Sie Testimonials nach diesem Ansatz schon getestet? Wie waren die Ergebnisse? Was halten Sie überhaupt von der – natürlich politisch völlig inkorrekten – Aussage, dass Männer sich von Frauen zum Spenden «verführen» lassen und Frauen empfänglich für männliche Authoritätspersonen (und Bilder von süssen Kindern) sind? Und wenn das so sein sollte, dürfen Fundraiser diese archaischen Verhaltensmuster nutzen oder sollten wir die Menschen auf einer «höheren» Ebene ansprechen?
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Testicular Cancer Ra..
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