Möglichkeiten für Twitter-Fundraising.

Twitter ist zwar noch kein Fundraising-Instrument, mit dem NPO grosse Spendeneinnahmen generieren können. Dennoch bietet es die Möglichkeit, innerhalb der Twitter-Community Aufmerksamkeit für Themen zu generieren. Beth Kanter stellt auf ihrem Blog drei verschiedene Taktiken dafür vor:

1. Gesponsorte Tweets bzw. Hashtags:
Twitterer müssen hier nicht ihr eigenes Portemonnaie öffnen, sondern werden aufgerufen, zu retweeten oder einen Hashtag weiter zu twittern, damit ein Sponsoring-Unternehmen einer NPO spendet: Je mehr Beteiligung, desto höher die Spende.

2. Die Bitte von Mensch zu Mensch:
Hier bitten Twitterer ihre Twitterfreunde um eine Spende für eine bestimmte Organisation und darum, diese Spendenbitte wiederum an ihre eigenen Follower weiterzugeben.

3. Tweet Meet Spenden:
Hier kommen Online- und Offline-Aktivitäten zusammen, wie zum Beispiel beim Twestival.

Gesponsorte Tweets/Hashtags sind eine Weiterentwicklung früherer Möglichkeite, mittels Klicks auf Webseiten Spenden zu sammeln. Das Free Rice Game ist zum Beispiel ein interaktives Online-Spiel, mit dem man mittels Klicks dem UN World Food Program Reis spenden kann. Für jeden Klick werden 10 Gramm Reis gespendet und da seit dem Beginn des Spiels im Oktober 2007 Millionen von Menschen mitgespielt haben, sind so bis Oktober 2009 70,991,387,110 Reiskörner zusammen gekommen. Die Masse macht den Unterschied: Crowdsourcing par excellence.

2008 kam Klick-Fundraising auf Facebook dazu mit Lil Green Patch, ein Spiel, das für die Nature Conservancy mehr als $100’000 eingenommen hat. Und jetzt ist Klick-Fundraising natürlich auch auf Twitter angekommen. So gibt es unter anderem die Plattform Twitcause, die US-NPO hilft, in der Twitterwelt bekannt zu werden und Spenden zu sammeln.

Ein Beispiel für eine Twitcause-Kampagne ist die Häagen Dazs-Kampagne zum Thema Honigbienen-Forschung.
Der Eiskremhersteller erklärte sich bereit, für die ersten 500 Twitterer, die jeden Tag den Hashtag #HelpHoneyBees einsetzten, pro Tweet $1 zu spenden. Das Geld ging an ein Forschungsprojekt der University of California, wo das Problem kollabierender Bienenkolonien erforscht wird. Die #HelpHoneyBees-Kampagne nahm insgesamt $7’000 an Spenden ein und brachte Häagen Dazs auf Twitter eine gute Präsentation ihrer CSR-Aktivitäten wie das Projekt Honey Bee Haven (Bienenfarmschulung) und natürlich ihrer Marke. In Zahlen wurden in der Kampagnenwoche 6’818 Tweets von 3’294 Twitterern verschickt, etwas über 5 Millionen Follower erreicht und 12.4 Millionen Twitter Impressions generiert.

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Ein anderes Beispiel ist die Kampagne der Make A Wish Foundation, in der die Suchmaschine LeapFish eine $0.05 Spende für jeden Tweet zahlt. So sollen insgesamt $10’000 eingenommen werden, mit denen ein krankes Kind names Jacob Disneyland besuchen kann. Mit den dafür nötigen 200’000 Tweets scheint das Ziel jedoch sehr ambitiös.

Anders als Facebook ist Twitter vom Grundsatz her ein schnelles und flüchtiges Social Medium: was heute gesagt wird, ist morgen wieder vergessen. Anders als bei Facebook gibt es weitaus weniger Möglichkeiten, attraktive Fanpages oder Communities innerhalb von Twitter aufzubauen. Es geht um den schnellen Austausch von Ideen, Links, Sprüchen und alles, was einem als Twitternutzer im Moment so wichtig ist. Weniger um eine tiefgehende Beschäftigung mit einem Thema. Das bedeutet automatisch eine geringere zeitliche Nachhaltigkeit der Kampagnen, es bedeutet, dass die Kampagnen so einfach wie möglich und trotzdem so emotional wie möglich aufgebaut sein müssen und es heisst, dass Twitter-Kampagnen – sollen sie mehr als nur Wunderkerzen-Effekt haben – auch auf anderen Online-Kanälen wie der eigenen Website etc. abgestützt sein sollten.

Quelle:
Beth’s Blog

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