Archiv für Januar 2010

Online Fundraising 2010.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Die amerikanische Fundraisingressourcen-Seite Network for Good sieht fünf Trends im Online Fundraising 2010. Wir haben die drei relevantesten davon herausgenommen und für die Schweiz und Deutschland kommentiert.

«Mehr Spenden, kleinere Durchschnittsspende.»
NfG postuliert, dass amerikanische Spender 2009 trotz schlechter Wirtschaft weiter spendeten, nur eben etwas weniger. Und das dieser Trend sich fortsetzen wird.

Wie wir am Deutschen Spendenmonitor sehen, hatten wir 2009 zumindest in Deutschland ein ganz anderes Bild: Weniger Spender, aber eine so markant höhere Durchschnittsspende, dass das Spendenvolumen insgesamt sogar gestiegen ist. Es gibt also aktuell keinen Grund zu vermuten, dass dieses Jahr weniger gespendet werden wird, während sich Deutschland von der Krise zu erholen beginnt.

«Email-Fundraising wird wachsen.»
Laut NfG soll Email-Fundraising 2010 weiter zulegen, was noch mehr Emails in den Postfächern der Spender bedeutet. Denn auch immer mehr Unternehmen, Schulen und andere NPO entdecken Email-Marketing für sich. Das heisst, es wird noch wichtiger, Email-Botschaften relevant für den Leser zu machen, um des Empfängers allzu schnellen Griff zur Löschtaste zu verhindern.

Auch wenn Email-Fundraising und Email-Marketing in der Schweiz und in Deutschland noch nicht so extrem verbreitet sind, ist es auch hier enorm wichtig, die nötige Technik perfekt zu beherrschen. Das heisst: relevante Betreffzeilen, überlegte Versandzeiten, interessanter Inhalt sowie gut positionierte Buttons und Links, mittels derer der Leser SOFORT etwas tun kann.

«Das Jahresende am Jahresanfang planen.»
In den USA machten die Dezember-Spenden ein Drittel des gesamten Jahres-Spendenvolumens und ein Viertel aller Spenden 2009 aus. Die Spenden im letzten Vierteljahr betrugen zusammen über die Hälfte des gesamten Spendenvolumens und der gesamten Spenden 2009. NfG empfiehlt daher – und da schliessen wir uns an – mit der Analyse der Online-Tools  und ihrer Performance jetzt zu beginnen und Verbesserungen zu planen: Was hat auf der Website funktioniert, was nicht? Wo sind Spender abgesprungen im Spendenprozess? Wie können Prozesse vereinfacht werden? Welche Botschaften haben funktioniert, welche Emails sind durchgefallen?

Quelle:
Network for Good

Aids: Spagat zwischen den Zielgruppen?

Mittwoch, 20. Januar 2010

Aids wird zunehmend ein ziemliches Spagat-Thema: Awareness-Spots richten sich an jüngere Zielgruppen und werden selbst immer hipper und lustiger. Fürs Fundraising ist es jedoch sicher eine ziemliche Herausforderung, ein in der Öffentlichkeit «lustig» dargestelltes Thema gegenüber Spendern wieder seriös und dringlich darzustellen. Was meinen Sie zu folgendem Spot aus Frankreich? Erleben Sie selbst einen solchen Spagat? Wie lösen Sie ihn?

Weniger Spender, mehr Spenden im Krisenjahr.

Dienstag, 19. Januar 2010

Zumindest in Deutschland. Seit 1996 ist die durchschnittliche Spendenhöhe in Deutschland von €76 mehr oder weniger stetig auf knapp €115 gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat sich die Spenderquote zwischen 37% und 50% (2005) auf und ab bewegt, im letzten Jahr sank sie wieder auf 39% – der tiefste Wert seit dem Jahr 2001. Dieser Rückgang ist laut Spendenmonitor fast ausschliesslich auf männliche Nicht-Mehr-Spender zurückzuführen. In den Altersgruppen von 20 bis 49 Jahren sind die grössten Rückgänge zu finden. Bei den 13-19Jährigen sind leichte Zunahmen ebenso bei den 50-64Jährigen – bei den über 65-Jährigen jedoch ebensolche Rückgänge – zu verzeichnen.

Trotzdem war allen Unkenrufen zum Trotz auch das Krisenjahr 2009 ein gutes Spendenjahr. Laut Deutschem Spendenmonitor haben 2009 immerhin noch 25 Millionen Deutsche mit 2.9 Milliarden Euro sogar rund 100 Millionen Euro mehr gespendet als im Vorjahr. Mit einer durchschnittlichen Spende von €115 wurde 2009 der zweithöchste Spendendurchschnitt seit 1996 erreicht (2005 betrug der Spendendurchschnitt €119). Obwohl Spenden im mittleren Bereich (25-250Euro) zurückgegangen sind, hat der Anteil der grösseren Spenden so zugenommen,dass insgesamt ein Wachstum erreicht wurde.

Für die Schweiz liegen leider noch keine Spendenzahlen für das Krisenjahr 2009 vor – der gfs-Spendenmonitor wird erst später im Jahr erwartet.

Quelle:
TNS-Infratest/Deutscher Spendenmonitor

Schnelles und gekonntes Email-Fundraising.

Freitag, 15. Januar 2010

Ein richtig gutes Fundraising-Mail kam gestern von Betterplace. Die Betreffzeile lautete «Jetzt aber schnell!» und der Text selbst war kurz und direkt:

«Hallo Gabriele Bryant

Verzichten wir auf das Vorgeplänkel. Es geht um Haiti.

Haiti gilt als das ärmste Land der westlichen Welt. Es wurde heute Nacht von dem wahrscheinlich schwersten Erdbeben seit 200 Jahren getroffen.

Schnelle und unkomplizierte Hilfe ist gefragt, denn es fehlt am Nötigsten. Helfen Sie den Menschen auf Haiti, indem Sie Projekte auf Betterplace unterstützen!

Ihr Moritz Eckert

Mitgründer betterplace.org»

Das wars. Und mehr brauchte es auch gar nicht. Denn dazu waren im gleichen Mail mehrere Direkt-Buttons gesetzt wie «Jetzt Betterplace.org weitersagen!», «Jetzt spenden!» und es wurde eine SMS-Nummer zum Spenden angegeben sowie Anleitungen, wie Links, Statusmeldungen und Banner zum Thema Haiti ganz einfach und schnell in die eigene Email-Signatur, das eigene soziale Netzwerk oder die eigene Website eingebaut werden konnten. Es ging um eine Katastrophe, es ging um schnelle Hilfe und es ging an die User von Betterplace, die alle internetaffin sind, wenig Zeit haben, lange Episteln zu lesen und schnell reagieren wollen.

Das war natürlich nicht das einzige NPO-Email, die wir zum Thema Haiti erhielten. Aber das Einzige, das es wirklich leicht machte, sofort etwas zu tun oder zu spenden.

Wenn Schnelligkeit zählt: Notfall-Fundraising.

Mittwoch, 13. Januar 2010

Wenn «früher» eine Katastrophe passierte, war es gut, wenn man als NPO auf ein vorbereitetes Konzept zurückgreifen, ein Notfall-Mailing aus der Schublade ziehen und dieses so schnell wie möglich produzieren und verschicken konnte.

Ein gutes Beispiel dafür, wie schnell Notfall-Fundraising heute sein kann, gibt Spendino auf Facebook. Dort wird schon seit fünf Stunden via SMS-Fundraising für die Erdbebenopfer auf Haiti gesammelt. Via Google sieht man, dass auch Aktion Deutschland hilft schon online ist und auf Betterplace läuft eine erste Spendenaktion, bei der man sofort und direkt spenden kann.

Andere NPO haben bislang nur via Pressemitteilung auf ihre Hilfsaktionen und die entsprechenden Spendenkonten aufmerksam gemacht, so zum Beispiel Caritas Deutschland, das Österreichische Rote Kreuz und Care Österreich, die Malteser und die Glückskette.

Sind Sie auf eine Katastrophe vorbereitet? Wie schnell wären Sie im Fall des Falles? Welche Instrumente würden Ihnen zur Verfügung stehen, um so schnell wie möglich und vor allem so effizient wie möglich Spenden im Katastrophenfall sammeln zu können?