Bilder der Menschen, Tiere, Bäume… denen wir helfen, sind essentiell, um unsere Botschaft emotional zu präsentieren. Aber müsste für die Aufnahme und Nutzung dieser Bilder nicht immer eine Erlaubnis gegeben werden? Besonders in dieser Zeit der Bildergalerien und genereller Internetbilderflut könnte diese Frage einmal brisant werden. Wäre es überhaupt menschlich möglich, von allen abgebildeten Menschen eine Bilderlaubnis einzuholen? Und wenn nicht, heiligt der Zweck die Mittel? Dürfen Fotos von Menschen eingesetzt werden, weil man ihnen helfen will?
Der Blog AidWatch
der Developement Research Abteilung an der New York University nimmt das Thema jedenfalls schon einmal auf die satirische Schippe:
«Die englische Anwaltskanzlei Klayme, Chaise, Steele, LLC hat gestern verkündet, dass ihr Klient die prominente NPO Care for the Children (CFTC) wegen unerlaubter Nutzung eines Kinderfotos verklagt hat. Der Klient, der heute an einer Universität studiert, erinnere sich, eines Tages eine CTFC-Broschüre gesehen zu haben, die ein Bild von ihm als Kind zeigte. Laut seinen Anwälten sei «CTFC zu keiner Zeit von seiten des Kindes, seiner Eltern oder Vormünder, Erlaubnis gegegeben worden, das Foto aufzunehmen oder es in der westlichen Welt zu verbreiteten, um Spenden für die Organisation zu sammeln.» Auch habe ihr Klient nie von CTFC eine Entschädigung erhalten, sei nie ein Hilfsempfänger der Organisation gewesen oder habe überhaupt nie von der Existenz der Organisation gewusst. Die Anwälte verlangen nun die Herausgabe der CTFC-Fotoarchive, um ihrer Klage noch mehr Gewicht zu verleihen.
CTFC zieht sich auf die Position zurück, dass es wohl schwierig werde, zu beweisen, dass das fotografierte Kind und der Kläger dieselbe Person seien. «Wir bewahren keine Information darüber auf, wer die Menschen in unseren Fotos sind. Wir wissen nicht, wann oder wo dieses Foto aufgenommen wurde. Wir können höchstens raten, dass es irgendwo in Afrika war. Oder vielleicht Haiti.» meint Lord Mall Blacke, Sprecher der Organisation. Andere NPO, die auf ähnliche Weise Fotos aufnehmen oder Spenden sammeln, beobachten den Fall jedoch nervös.»
