Studienergebnisse aus den USA.
In den USA sind 38% der Menschen über 65 Jahren (und 70% der 50-64Jährigen) im Internet, 10% von ihnen können als aktive Internet-Nutzer bezeichnet werden. Ihr Anteil ist in den letzten 5 Jahren um mehr al 55% gestiegen – besonders unter den Frauen. Das grösste Wachstum zeigt die Gruppe der 70-75Jährigen, von denen heute 45% online sind. Ihre Interessen umfassen hauptsächlich Email und die Suche nach Informationen.
Viele Senioren finden aber auch soziale Netzwerke spannend, sie geniessen Online-Communities, schreiben selber Blogs und bleiben mit Familie und Freunden via Facebook, LinkedIn oder Twitter in Verbindung. «Soziale Medien geben Senioren eine Stimme und für eine Generation, die sich oft ausgeschlossen und isoliert fühlt, ist das keine kleine Sache,» sagt Sarah Hoit, von My Way Village, die Soziale Online-Netzwerke für ältere Menschen entwickelt.
Im November 2009 waren folgende Destinationen auf den ersten drei Plätzen der Online-Hitliste für Menschen über 65 Jahren:
- Google
- Windows Media Player
- Facebook
Sehr interessant: Facebook ist dabei innerhalb eines Jahres von Platz 45 auf Platz 3 vorgerückt!
In amerikanischen Senioren-Heimen wird nun auch begonnen, die Bewohner mit Sozialen Medien bekannt zu machen. Menschen, die mit Vakuumröhren-Radios aufwuchsen, treffen heute ihre Enkel und alten Klassenkameraden auf Facebook und Classmates.com. Altersheime setzen dazu auch eigene Facebook-Seiten auf und stellen Videos auf YouTube, um für die Baby-Boomer-Kinder der Bewohner interessant zu werden, so zum Beispiel die Edgemere Senior Living Community mit ihrer Facebook-Seite.
Quelle:
Ein Artikel des Kinesis Marketing und Design Blogs, basierend auf Studienergebnissen des Pew Internet and American Life Project.
Studienergebnisse aus der Schweiz.
In der Schweiz sind die Zahlen ähnlich. Laut einer Studie des Zentrums für Gerontologie der Universität Zürich, im Auftrag von Pro Senectute, wird das Internet immerhin von ca. 40% der über 65jährigen Schweizer genutzt. Von den 65-69Jährigen surfen 58% und von den 70-74Jährigen 50% im Web; bei den über 85Jährigen sind es allerdings gerade noch 8%.
Dabei kommt es laut der Studie sowohl darauf an, ob das Internet im sozialen Umfeld der Senioren genutzt wird, als auch auf den Bildungsgrad und die soziale Schicht, die beide den Zugang ins Internet erleichtern.
88% der Schweizer Senioren nutzen das Internet hauptsächlich für Emails, um Fahrpläne abzurufen oder spezifische Informationen zu suchen. Das Lesen von Zeitungen, Online-Banking oder -Einkäufe ist nur für 50% der Onliner interessant und Unterhaltung spielt noch eine geringere Rolle.
Laut der Studie würden Senioren das Internet stärker nutzen, wenn es altersgerechter bzw. weniger «kompliziert» wäre und wenn grosse Bedenken bestehen auch im Hinblick auf die Datensicherheit.
Quelle:
Mediadesk Universität Zürich
Was heisst das nun alles?
Senioren sind heute nicht mehr einfach in eine Gruppe zu fassen. Es bestehen grosse Unterschiede in Bezug auf körperliche und geistige Fitness, auf Neugier und Interesse an der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – auch online. Trotzdem sind Senioren allgemein eine wachsende Gruppe an Menschen, die das Internet aktiv nutzen wollen. Und sie sind für die meisten NPO eine wichtige Gruppe von Unterstützern und Freunden.
Wenn Sie also auch Senioren zu Ihren Zielgruppen zählen, screiben Sie sie nicht als Internetnutzer ab. Gehen Sie nicht automatisch davon aus, dass Sie sie heute und in alle Ewigkeit nur per Direktmailing erreichen können, weil «man ja weiss, dass alte Leute nicht online sind». Das stimmt so einfach nicht. Geben Sie Onlinern eine Chance, indem Sie Ihre Spenden- und Informationsseiten in punkto Usability doppelt prüfen oder indem Sie besonders einfache und unkomplizierte Landing Page einrichten. Tragen Sie dabei immer auch der Sorge um Sicherheit Rechnung, die für diese Generationen besonders wichtig ist und sprechen Sie Senioren mit besonders klar gestalteten und überzeugenden Emails an. Und warum bieten Sie Ihren guten Unterstützern nicht einmal niederschwellige Internetschulungen oder Unterstützungsangebote an?
Quelle:
Mediadesk Universität Zürich