Sponsoring: Wie gut oder böse ist Geld?

In der NZZ erschien ein interessanter, fast zu differenzierter Artikel zum Thema Sponsoring an Schweizer Hochschulen. Einerseits wird darin ein Bild der «schleichenden Privatisierung» und der «sanften Prostitution» gezeichnet. Und diese These unter anderem durch Aussagen untermauert, laut denen Schweizer Hochschulrektoren neuerdings die Geldbeschaffung als höchste Wissenschaftler-Tugend priesen, einige ihre Institutionen als Unternehmen betrachteten und kritische Fragen kaum diskutiert würden.

Andererseits wird klar erkannt, dass Schweizer Hochschulen durchaus Spitzenforschung auch ohne Sponsoring betreiben, dass korrekte Sponsoring-Verträge die Unabhängigkeit von Lehre und Forschung verbriefen und dass private Geldgeber wertvolle Anschubfinanzierung auch für unterdotierte Fächer leisten.

Wohin führt nun das Hochschul-Sponsoring? In den Abgrund der gekauften Forschung oder in die Höhen realisierter Visionen? Wo liegt der Grat zwischen der totalen wissenschaftlerischen Freiheit und dem Anspruch, mit immer knapper werdenden staatlichen Mitteln auf dem akademischen Markt eine Spitzenposition zu erreichen oder zu behaupten? Schwierige Fragen, die sich natürlich jede Universität stellen muss und die ein offenes Auge für die Möglichkeiten und Fallstricke des Sponsorings nötig machen.

Übrigens: Diese Frage müssen sich natürlich nicht nur Universitäten stellen. Auch NPO stehen öfter vor der Entscheidung, wessen Geld sie nehmen und wessen Lied sie damit – zumindest dem Eindruck nach – singen. Hier gibt es pragmatischere und idealistischere Ansätze – je nach Organisation und je nachdem, welcher Einfluss den Projekt-Leuten gebenüber den Marketing-Leuten eingeräumt wird.

Wie gehen Sie damit um?

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