Die ALS Society of Canada will das Bewusstsein für die Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose stärken und Spenden sammeln, um die Forschung nach einem Heilmittel voranzubringen.
Im Juni wurde daher eine interaktive Bannerkampagne lanciert, die es dem Computernutzer ermöglichen soll, physischen Kontakt mit ALS-Kranken aufzunehmen und ihnen bei alltäglichen Verrichtungen zu helfen. Damit bewusst wird, wie zerstörerisch diese Krankheit wirkt – nicht nur auf die Kranken selbst, sondern auch auf ihre Familien.
Auf der Seite sieht man drei an ALS erkrankte Menschen, denen man wahlweise die Haare kämmen, das Hemd zuknöpfen oder die Wange rasieren kann. Wir haben es ausprobiert: Der technische Effekt ist sicher genial, aber es wird doch zu kurz gegriffen. Mit den Fingerspitzen auf der Maus ist es schwierig, ein Gefühl des körperlichen Kontakts herzustellen, und drei kurze Mausbewegungen reichen auch nicht, um das ganze Ausmass der Krankheitsproblematik erahnen zu lassen. Es entsteht wenig bis keine persönliche Betroffenheit und wenn man trotzdem auf “Spenden” klickt, wird man aus der Kampagnenseite heraustransportiert und steht unversehens auf der ganz normalen und recht überladenen Spendenseite der ALS. Die Aktionsseite wirkt dann irgendwie wie eine davorgeschaltete Spielerei, ein Lockvogel, und nicht wie ein integraler Teil der gesamten Kommunikation.

Das jedenfalls ist unser Eindruck. Aber evtl. spricht hier die «déformation professionelle»… Was meinen Sie zu dieser Kampagne?

