Archiv für die Kategorie ‘Fundraising & Social Media’

Social Media ersetzt Email?

Donnerstag, 25. Februar 2010

Social Times meldet einen neuen Trend, der laut dem Forschungsunternehmen Gartner Research über kurz oder lang dazu führen wird, dass Unternehmen Email mit sozialen Plattformen ersetzen. Da mehr und mehr Angestellte soziale Netze innerhalb und ausserhalb der Corporate Firewalls nutzen und in absehbarer Zeit der Grossteil der Angestellten sowieso der «Generation Facebook» angehören wird, sagt Gartner voraus, dass bis 2014 20% der Unternehmensnutzer soziale Netzwerke für die Kommunikation nutzen werden anstatt Email. Die Statusmeldungen auf Plattformen wie Facebook und Twitter würden dann für professionelle Kommunikation genutzt und Unternehmen würden entweder eigene interne soziale Netzwerke entwickeln und/oder die Nutzung persönlicher Konten für den Beruf erlauben. Das Unternehmen SalesForce tritt nun auch schon mit dem ersten Unternehmens-Facebook namens «SalesForce Chatter» auf den Markt.

Das passt auch zur Meldung, dass facebook nun die Versendung von Emails innerhalb (und ausserhalb) der Plattform ermöglichen wird. Was bedeutet das für Email-Kommunikation mit Unterstützern und Spenderinnen? Nun, das bleibt abzuwarten – aber es bleibt  auf jeden Fall empfehlenswert, sich auf den gleichen Kommunikationsplattformen zu bewegen, wie die Menschen, die man erreichen will.

Quellen und Weiterführendes:
Techcrunch
SocialTimes
Gartner Research

Mashable

WikiLeaks braucht Spenden.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Web 2.0 birgt Herausforderungen und Veränderungen, mit denen wir als Menschen und als Gesellschaft lernen müssen, umzugehen. Aber Web 2.0 schützt uns auch vor vielen Dingen. So wird eines heute – mit YouTube und Twitter und Mobiltelefonen – immer unmöglicher: eine Diktatur, in der Wenige die Meinung und den Informationsstand Vieler beherrschen können.

Dazu trägt auch ganz besonders die Non-Profit-Organisation WikiLeaks bei. Wie der Tagesspiegel am 16.2. schrieb, lässt sich heute einfach keine Information mehr «von oben» unterdrücken – egal ob «von oben» nun aus Regierungen, Banken oder grossen Unternehmen besteht.

Jetzt kann allerdings auch WikiLeaks nicht mehr ehrenamtlich arbeiten, sondern sucht Spenden, um den weiteren Betrieb zu gewährleisten. Ende Dezember ging die Seite sogar zwei Monate in Streik mit der Meldung «Wir schützen die Welt, aber wer wird uns schützen?».  Bis heute kamen so die dringendsten Betriebskosten und die Seite ist in eingeschränkter Funktion wieder online.

Quelle:
Tagesspiegel «Verrat auf Nummer sicher», 16.2.2010

Corporate Twittering.

Freitag, 19. Februar 2010

Twitter ist laut einer aktuellen Absolit-Studie das von deutschen Unternehmen meistgenutzte soziale Medium.
Manche Unternehmen wie Otto, Ebay, Kodak und Vodafone nutzen Twitter aktiv zum Aufbau ihrer sozialen Marke, indem sie sich auf den Dialog mit ihren Followern einlassen und deren Fragen beantworten. Bei Otto zum Beispiel bestehen 90% der Tweets aus Antworten auf Fragen von Followern, die von einem dreiköpfigen Team erstellt werden.

Andere Firmen wie Google, Messe Frankfurt und Daimler nutzen Twitter dagegen ausschliesslich als Einweg-Kanal zur Verbreitung der eigenen Nachrichten und Pressemitteilungen und das auch noch teilweise automatisiert. Das mag bei Unternehmen wie der Bahn noch interessant sein, die immerhin über nützliche Verkehrsmeldungen berichtet – und deren Tweets dann auch öfters weitergeleitet werden. Bei anderen Unternehmen, die Twitter einseitig nutzen, zeigt sich indes, dass nur sehr wenige Tweets an andere Follower weitergegeben werden – weil es einfach langweilige und leblose Kommunikation ist.

Laut den Studienautoren sind für den Erfolg bei Twitter die Qualität der Inhalte und die Qualität der Follower. Wobei das Eine selbstverständlich direkten Einfluss auf das Andere hat.

Quelle:
Perspektive Mittelstand

Auch twitternde NPO lassen sich, wie hier schon an anderer Stelle bemerkt, allzuoft einseitige und langweilige Kommunikation zuschulden kommen. Da wird dann berichtet, dass man schon wieder Fotos über ein Projekt hochgeladen oder einen Bericht darüber verlinkt hat, aber warum die Follower das Projekt überhaupt interessieren sollte, bleibt im Dunkeln. Man geht einfach davon aus. Warum wären die Leute sonst Follower? Dass dabei die Reichweite stagniert oder sogar rückläufig ist, gilt dann als Rätsel der sozialen Medien.

Dabei wäre es so einfach und mit folgendem Satz «Menschen kommunizieren mit Menschen» so einfach zu erklären. Und doch scheint es für viele Organisationen schwer, es richtig hinzubekommen.

Beth Kanter gibt auf ihrem Blog Beispiele aus den USA und Tipps für twitternde (oder bloggende) NPOs und/oder ihre CEOs:

Holly Ross ist CEO vonNTEN, dem Nonprofit Technology Network in den USA. Sie nutzt Twitter, um darüber zu sprechen, was bei NTEN so passiert, um mit NTEN-Mitgliedern zu kommunizieren und um sich Ideen und Feedback zu holen. Sie braucht täglich 15-20 Minuten, um ihre Nachrichten anzuschauen und selber zu twittern. Ihr Konto ist zwar ein persönliches Konto, erscheint aber mit dem Namen «ntenhross» ganz klar unter der Unternehmens-Marke NTEN.

Scott Harrison ist CEO von charity:water. Die NPO selbst hat eine riesige Follower-Gemeide von über einer Million Follower und ist selbst sehr aktiv in den sozialen Medien. Harrison nutzt sein persönliches Twitter-Konto, um durch verlinkte Berichte und Fotos über die Arbeit der NPO gegenüber Spendern Rechenschaft abzulegen.

Steve Case, Mitgründer von AOL und nun im Stiftungsrat der Case Foundation twittert über Philanthropie und Technologie und nutzt Twitter auch, um mit anderen Meinungsführern und Journalisten zu diskutieren. Sein Twitter-Konto ist persönlich, aber er identifiziert sich dort als Repräsentant seiner Stiftung und seines Unternehmens.

Reeta Roy, Präsidentin und CEO der MasterCard Foundation twittert von ihren Besuchen bei Projekten der Stiftung in Uganda und Kenia. Das Konto gehört der Stiftung.

Kanters Tipps und Bedingungen für den erfolgreichen Einsatz von Twitter (die im übrigen auch für andere soziale Medien gelten können) sind – zusammengefasst – unter anderem:

- Die Gewährleistung einer kontinuierlichen Präsenz. Ob mehrmals täglich oder mehrmals wöchentlich getwittert wird, ist dabei nicht so wichtig. Man muss nicht 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, dabei sein. Aber es dürfen keine grösseren  Pausen entstehen, in denen nichts passiert. Dazu ist es am besten, eine einfache, regelmässige Routine aufzusetzen und auch Schnittstellen zu definieren, falls der oder diejenige nicht alleine twittert.

- Die Inhalte müssen interessant und/oder relevant sein, sie müssen in irgendeiner Form nützlich sein oder der Beziehungspflege dienen. Nicht nur über Projekte berichten, sondern auch über die Gedanken, die man sich über gemeinnützige Arbeit macht, Bücher, die man liest, Menschen, die an kennenlernt.

- Der oder die Twitternde muss auch Fragen und Kritik einstecken können und er oder sie darf nicht erwarten, in irgendeiner Form Kontrolle über die Kommentare der Follower ausüben zu können.

- Vor dem Twittern steht sinnvollerweise eine Übungsphase, in der man erstmal anderen zuhört, die in einem ähnlichen Bereich aktiv sind und indem man evtl. erst einmal intern twittert. Kanter empfiehlt dazu Yammer, eine Art interne Twitter-Software.

- soweit möglich Mensch bleiben und sich selbst sein.

Aktuelle Facebok Zahlen D und CH.

Dienstag, 16. Februar 2010

Facebook wird auch in Deutschland zum stärksten sozialen Netzwerk.  Im Januar wuchsen die Nutzerzahlen in Deutschland um 16.7% und in der Schweiz um 8.8%. Deutschland ist mit gut 28 Millionen Nutzern auf Platz 5 der Länder mit der grössten Facebook-Nutzung, die Schweiz liegt mit ca. 2 Millionen auf dem zehnten Platz. Deutsche und Schweizer Nutzer verbringen im Durchschnitt um die vier Stunden pro Monat auf der Plattform.

In der Schweiz sind die prozentualen Nutzerzahlen gemessen an der Zahl der Einwohner besonders hoch und es besteht ein leichter Männerüberschuss, während in Deutschland etwas mehr Frauen Facebook nutzen.

In der Altersstruktur bilden in der Schweiz und auch in Deutschland die 25-34jährigen die stärkste Gruppe, gefolgt von den 18-24jährigen, den 35-44jährigen und den 13-17jährigen. Die 45-55jährigen und die noch Älteren bilden die Schlusslichter mit immerhin noch gut 150′000 bzw. knapp 100′000 Nutzern. Dafür legte in Deutschland die Altersgruppe der 55-63jährigen mit knapp 31% am stärksten zu, die Gruppe der 45-54jährigen stieg um gut 27%.

Zahlen von Penn OlsonThomas Hutter und Facebookmarketing.de

Pope2You: Katholische Kommunikation 2.0

Montag, 15. Februar 2010

Zugegebenermassen verfügt die katholische Kirche über weitaus mehr Ressourcen finanzieller und personeller Art als jede NPO. Dennoch könnte man sich als NPO ein Beispiel daran nehmen, wie sehr diese ansonsten doch sehr traditionsverhaftete Institution seit neuestem auf moderne Medien setzt.

Am 24. Januar, dem Welttag der sozialen Kommunikation rief Papst Benedikt kirchliche Institutionen unter anderem dazu auf, ihr Kommunikationsbild zu überdenken und anzupassen; sich mit allen Kommunikationsmitteln vertraut zu machen und auch multimedial das Evangelium zu verbreiten.

Der Tag der sozialen Kommunikationsmittel selbst hat übrigens nur scheinbar etwas mit sozialen Medien zu tun, wie wir sie heute kennen. Der Tag wurde 1967 von Papst Paul VI als Welttag der Massenmedien eingführt. Der jeweilige Papst veröffentlicht an diesem Tag seither «eine Botschaft, die die christliche Soziallehre bezüglich der Ethik der Massenmedien erläutert» (Wikipedia).

Nun aber wieder zurück zum Papst. Mit der Website pope2you.net überraschte der Vatikan im Mai 2009 die Medienlandschaft. Mit dem Einbezug von Social Media Instrumenten wie Facebook, Twitter, Youtube, aber auch einer iPhone Applikation versucht die Kirche seither, näher an ihre jüngere Online-Gemeinde heranzutreten.

Website: Pope2you.net
Die Kirche nutzt alle sozialen Medien intensiv, um ihre Botschaften zu verbreiten. Basis und Plattform ist dabei die hübsch gestaltete Webseite pope2you.net. Besucher können hier die Botschaften des Papstes herunterladen, sie via Facebook an ihre Freunde weiterleiten oder emailen. Sie können sie sogar an ihnen bekannte Priester weiterleiten per Facebook oder e-Mail oder – falls der Priester partout nicht online-affin ist – als ausgedruckte Postkarte, Kalender oder Lesezeichen versenden (wobei man sich ja fragt, warum der Priester die Botschaften seines Chefs noch nicht kennt…). Die Webseite bietet via Flickr auch eine Bildergalerie und eine Art visuelle Weltkarte «Piece of Peace», in die der Besucher mittels einer Emails sein Foto einfügen kann.

Youtube
Der Vatikan unterhält mit «The Vatican» auch einen eigenen YouTube Kanal in vier Sprachen zur Verbreitung seiner Videos. Weitere Videos findet man unter h2onews, einem katholischen Newskanal ebenfalls auf YouTube, der Video- und Audionachrichten aus dem Vatikan liefert.

Facebook
Natürlich hat der Papst auch eine Facebook Fanseite namens «His Holiness Pope Benedikt XVI» mit knapp 95′000 Fans. Die letzte Meldung auf der Pinnwand ist vom 20. Juli 2008, das Diskussionsforum wird allerdings rege genutzt für Diskussionen zu Themen wie das Beten des Rosenkranzes, das Freimaurertum oder Homosexualität.  In den Diskussionen tritt der Papst selbst, bzw. der Fanseiten-Administrator, nie in Erscheinung. Die Fans diskutieren scheinbar unmoderiert untereinander.

Zudem hat der Vatikan mit «Pope2You» eine eigene Facebook-Applikation lanciert. Mit der Applikation sollen Fans die Botschaften des Papstes auf Facebook erhalten, ihn hören und sehen und sie – zum Beispiel durch virtuelle Postkarten – auch und vor allem an Freunde weiterleiten können.

iPhone
Auch iPhone und iPod Touch wurden nicht vergessen. Die iPhone-Applikation ist allerdings mehr oder weniger eine Verlängerung des YouTube-Kanals und dient als Broadcast-Tool für die Botschaften. Die Nachrichten sind per Video, Audio oder Text erhältlich.

Twitter
Zwar nicht der Papst, aber der Vatikan twittert als Vatican_va, wobei es sich mit 1′300 Followern um eine recht bescheidene Präsenz handelt, die anscheinend auch nur genutzt wird, um die neuesten Podcasts zu bewerben.

Das sieht nun nach einer intensiven Nutzung aller verfügbaren Kanäle und nach einem Einstieg in die moderne interaktive Kommunikation aus, die ja aus Geben und Nehmen bestehen sollte. Es ist allerdings mitnichten so. Jeder genutzte Kanal dient der Kirche einzig und allein als Instrument zum Verbreiten der Botschaft. Auf Englisch heisst das: Preaching to the Choir. So kann man wohl die bereits Gläubigen erreichen, aber in einen wirklichen Dialog mit Menschen kommt man so nicht. Die Kirche hat sich also nicht geöffnet, sondern nutzt einfach zusätzliche moderne Kommunikationskanäle. Das eingangs erwähnte Beispiel, das sich NPO hier nehmen könnten, bezieht sich demnach auch ausschliesslich auf den stringenten und verknüpften Einsatz der Instrumente – nicht auf die Art der Kommunikation.

Anstoss zu diesem Artikel gaben Artikel in den Blogs von Mashable und Thomas Hutter.