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Wie «gut» muss ein Zweck sein?

Montag, 30. November 2009

Es gibt leider oft den Reflex, jede Corporate Citizenship/Corporate Social Responsibility-Massnahme von Unternehmen zu negieren oder gar zu verteufeln, weil das Unternehmen damit immer auch einen Eigennutz verfolgt. Kurzfristig wie in «mehr Marktbekanntheit» oder «höhere Verkaufszahlen». Langfristig wie «Marktbekanntheit bei den Einkäufern/Arbeitnehmern der Zukunft». Mehr oder weniger unter einem karitativen Deckmäntelchen.

Aber warum braucht es so ein Deckmäntelchen überhaupt? Ist es nicht Sinn und Zweck von Unternehmen, Umsatz zu generieren?  Und ist es nicht ideal, wenn sie das tun, indem sie NPO helfen und somit beide profitieren können? Wie ist es denn mit Unternehmen, die ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen, indem sie ganz offen und unverhohlen an zukünftige Umsatzzahlen denken?

SAP und IBM in Afrika

Zum Beispiel in Afrika, wo sich das Mobiltelefon zu einem Gerät entwickelt, das, anders als der Computer, technologischen Fortschritt und Verbindung zum Rest der Welt in die entlegensten Gebiete bringen kann. Grosse IT-Unternehmen haben das längst erkannt und tun derzeit viel, um ihre Lösungen vor Ort verkaufen zu können und dabei auch noch ihren Teil der gesellschaftlichen Verantwortung wahrnehmen.

So versucht SAP, Gemischtwarenhändlern mittels GPS-fähigen Telefonen den Waren-Einkauf zu erleichtern und Krankenhäuser bei ihrer Medikamentenausgabe zu unterstützen. IBM bastelt mit Forschungspartnern am sprachbasierten Internet, damit auch Menschen ohne Lese- und Schreibkenntnisse das Web nutzen können.

Der «gute Zweck» dient hier ganz direkt und eindeutig dem zukünftigen Profit. Aber ist er deshalb ein weniger guter Zweck? Wie «gut» muss so ein Zweck sein, um Anerkennung zu finden?

Zahlen zur Handynutzung in Afrika und Südamerika

Im zugrundeliegenden Artikel aus Persönlich.com gibt es übrigens auch interessante Zahlen zum Thema Handy-Nutzung in Entwicklungsländern. Sie weisen unter anderem auch darauf hin, dass reines Telefonieren nur eine Funktion unter vielen ist, die ein Handy für die Menschen dort wichtig macht. Und dass auch in Afrika und Südamerika Social Networking ein Thema ist und bleiben wird:

«In Afrika und Südamerika wird sich die Zahl der mobilen Social-Networking-User bis zum Jahr 2015 auf 527 Millionen User verzehnfachen…Vor allem in Afrika, aber auch in Südamerika gilt dabei das Mobiltelefon als uneingeschränkter Innovations- und Wachstumstreiber.

Laut des Information Economy Report 2009 der Vereinten Nationen weist Afrika bereits jetzt zehn mal mehr Mobilfunk- als Festnetz-User auf. In Lateinamerika wiederum liegt die Handy-Penetrationsrate bei 80 Prozent, während gerade einmal 25 Prozent aller Menschen einen ständigen Zugang zu einer Internet-Standleitung besitzen.»

Quelle:
Persönlich.com

Speed Dating für Ehrenamtliche.

Donnerstag, 19. November 2009

Ein ganz neues CSR-Konzept wird in New York erprobt. Banana Republic spannt zusammen mit lokalen NPO, aber nicht für finanzielle Unterstützung…

Seit Anfang November finden Shopper in New Yorker Banana Republic Läden nicht nur Pullover und Mäntel, sondern auch Vertreter lokaler Organisationen, die um Ehrenamtliche werben.

Der Einzelhändler will mit seinem neuen Charitykonzept Kunden in Verbindung bringen mit NPO, bei denen sie sich vielleicht gerne engagieren möchten.  Bei den NPO handelt es sich vor allem um lokale Freiwilligenorganisationen: «Mode ist unseren Kunden wichtig, aber das ist nicht das einzige, was für sie zählt. Unsere Kunden sind ziemlich engagiert in ihren Gemeinden.», so Jack Calhoun, Präsident von Banana Republic.

Das Programm heisst One+All und wird auf der Firmenseite von Banana Republic beworben. Es wurde im Rahmen von Service Nation gestartet, einer öffentlichen Kampagne für Freiwilligenarbeit, und wird nächstes Jahr auf andere amerikanische Städte ausgeweitet.

Gap Inc., der Eigentümer von Banana Republic, hat eine Unternehmenskultur, die zu freiwilligem Engagement motiviert, sagt Calhoun, der sich selbst im Vorstand der Gay and Lesbian Alliance Against Defamation und im Vorstand der San Francisco Oper engagiert.

Die Angestellten der BR-Läden hatten schon früher selbständig Charity Kampagnen organisiert, z.B. eine örtliche Familie für die Feiertage adoptiert. Die One+All Kampagne soll jedoch weiter reichen, da die Angestellten von Banana Republic NPO-Vertreter in dem trainieren werden, was sie am besten können: ein Produkt verkaufen. Sie bringen ihnen die so genannte «Elevator Speech» bei, d.h. in ca. 2 Minuten alles zu kommunizieren, was sie brauchen und bieten. Denn die NPO haben jeweils nur 90 Minuten Zeit, um in den Läden um Ehrenamtliche zu werben.

Ehrenamtliche zu finden, ist für NPO schon immer schwierig gewesen, in der Rezession aber noch problematischer geworden, da viele NPO hochqualifizierte Angestellte entlassen mussten. Da die Zielgruppe von Banana Republic grösstenteils aus hochqualifizierten Professionals besteht, haben die NPO gute Chancen, dort Ehrenamtliche zu finden, die genau das können, was gebraucht wird.

Quelle:
New York Times

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