Mit ‘Greenpeace’ getaggte Artikel

Kampagnen lohnen sich für Amnesty.

Freitag, 19. März 2010

Laut einer Meldung von Persönlich hat sich die intensive Kampagnenarbeit von Amnesty International im letzten Jahr in einer Verdoppelung des Bekanntheitsgrades niedergeschlagen:

«Die Kampagnen für die Freilassung der beiden ­Libyen-Geiseln und für die Aufnahme ehemaliger Guantánamo-Häftlinge verhelfen der Menschenrechtsorganisation von Amnesty International (AI) zu einem massiven Bekanntheitszuwachs. Laut “SonntagsZeitung” nannten 30 Prozent der Schweizer 2009 spontan AI, wenn sie nach gemeinnützigen Organisationen gefragt wurden. Im Jahr zuvor waren es bloss 13 Prozent ­gewesen. Das geht aus dem noch unveröffentlichten “Spendenmonitor” hervor, einer Repräsentativ­umfrage von GFS Zürich. Gar 87 Prozent der Schweizer bejahten die Frage, ob sie AI kennen. Die Organisation rückt damit im Bekanntheits-Ranking von Platz 12 auf Platz 6. Bekannter sind nur noch Rotes Kreuz, Rega, Greenpeace, WWF und Caritas.»

Quelle:
Persönlich

Lokal oder global? Klimaschutz nach Kopenhagen.

Mittwoch, 17. Februar 2010

Der Kopenhagener Klimagipfel hat trotz aller Anstrengungen von Organisationen wieder nicht das gehalten, was man sich davon versprach. Jetzt wird in den grossen Umweltschutzorganisationen an einen Strategiewechsel gedacht. Laut Meldungen von Social Times denkt Greenpeace International daran, in Zukunft verstärkt mit religiösen Gruppen zusammenzuarbeiten, da diese viele Menschen erreichten, «zu denen wir als Umweltschützer keinen Zugang haben», so Kumi Naidoo von Greenpeace. Ausserdem will Greenpeace wieder stärker auf Protestaktionen setzen und «den Politikern Dampf machen.»  Greenpeace will sich künftig auch verstärkt in der Dritten Welt engagieren.

Manche Experten, wie Jürgen Maier, meinen nun in einem Artikel der Tageszeitung, dass NPO ihre eher begrenzte Kraft besser auf inländische Probleme konzentrieren sollten, als zu versuchen, Weltpolitik zu machen. Greenpeace Deutschland will sich laut dem Artikel auch eher wieder national agieren und sich mehr durch Kampagnen zu Wort melden.  Und auch Attac will sich stärker lokal engagieren. Der BUND setzt weiter auf grössere Aktionen, will aber auch in Deutschland politisch stärker aktiv werden. Der WWF will evtl. weiter versuchen, Klimakonferenzen zu Abkommens-Erfolgen zu bringen, plant jedoch seine künftige Klima-Strategie in diesen Tagen. Oxfam will auf globaler Ebene weitermachen, auch die Kampagnenseite tcktcktck.org läuft vorerst weiter mit der Meldung: «Die Führer der Welt sind noch nicht fertig. Und wir auch nicht.»

Näheres und Quellen:
Social Times
Tageszeitung

Wie relevant ist Ihr Thema?

Dienstag, 08. Dezember 2009

Nicht alle NPO arbeiten an Themen, die für die Gesellschaft einfach nachvollziehbar und (spenden-)relevant sind. Und auch Themen, die auf den ersten Blick einfach scheinen, müssen oft erst relevant gemacht werden. So setzt zum Beispiel die Caritas auf den Armutsbericht. Damit macht sie (reale) Armut in der Schweiz und anderen als reich wahrgenommenen Ländern zu einem anerkannten Thema auch für nicht-arme Menschen und Spender.

Greenpeace ist ein anderes Beispiel für eine Organisation, die immer wieder erfolgreiches Themensetting betreibt. Jüngster Erfolg sind die Veränderung in der Haltung von Supermärkten und Discountern in Bezug auf die Bedrohung der Fischbestände und auf die Kritik an ihrem Angebot. Deutsche Einzelhändler wie Kaufland, Norma, Lidl, Aldi Süd und Rewe sind mittlerweile führend im Unternehmensvergleich von Greenpeace. Sie informieren Verbraucher im Laden und im Web und führen keine bedrohten Fischarten mehr im Sortiment. In der Schweiz führen unter anderem Coop und Migros MSC-zertifzierten Fisch.

Was hat es dazu gebraucht? Drei Jahre intensives Themensetting durch Werbe- und Marketingmassnahmen (wie zum Beispiel den Fischratgeber für Verbraucher) und konsistente Medien- und Lobbyarbeit.

Über Themensetting wie dieses zeigt Greenpeace, wie wichtig die Organisation ist und macht sich damit spendenwürdig. Auch die Caritas positioniert sich über das Armuts-Themensetting als wichtiger Player im sozialen Bereich und macht die Armut gleichzeitig zum Fundraising-Thema.

Fragen Sie sich:

  • Was ist Ihr Thema und wie relevant ist es für Ihren Markt?
  • Wird die Relevanz Ihres Themas von Veränderungen in Gesellschaft, Gesundheitsvorsorge, Politik, etc… beeinflusst? Wird sie daraufhin zunehmen oder abnehmen?
  • Wenn die Relevanz abnimmt, was können Sie tun, um Ihre Organisation neu zu «erfinden» bzw. sich und/oder Ihr Thema neu zu positionieren?

So sorry: Greenpeace-Kampagne in Kopenhagen.

Freitag, 04. Dezember 2009

Wenn am nächsten Montag in Kopenhagen die Klimakonferenz der Vereinten Nationen beginnt, werden alle Flugpassagiere am Kopenhagener Flughafen Plakate wie diese sehen. Sie zeigen politische Führungspersonen verschiedener Länder wie Sarkozy, Merkel, Obama, Zapatero oder Brown, die – künstlich gealtert – im Jahr 2020 sagen: «I’m sorry, we could have stopped catastrophic climate change… We didn’t.»

Die Plakataktion ist Teil der gemeinsamen tcktcktck-Plattform von über 40 grösseren und kleinen NPOs auf der ganzen Welt: Greenpeace, Oxfam, World Vision, Avaaz, Amnesty, WWF etc.

Eine Plakat-Kampagne mit Witz, die zeitnah und fokussiert auf ein Thema aufmerksam macht und bei der man nicht allzuweit ums Eck denken muss, um die Botschaft zu begreifen. Einziges Manko: ausser der allgemeinen Aufforderung «Act now – change the future» wird der Betrachter selbst nicht konkret aufgefordert, etwas zu tun. Aber der Zweck der Plakate liegt vermutlich auch eher darin, die Konferenzteilnehmer zu beschämen und dazu zu bringen, endlich Ergebnisse auf den Tisch zu legen.

Quelle:
Osocio.org

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Twitter Hashtag-Experiment.

Mittwoch, 25. November 2009

Hashtags (#) sind Zeichen, die Twitterer nutzen, um Themen mit Schlüsselwörtern zu kennzeichnen, sodass sie leichter gesucht und gefunden werden können.

So gibt es auch den Hashtag #charitytuesday. Er wurde in der Twittergemeinde erfunden, um für  Spendenthemen oder NPO zu werben.

Adrian Salmon, Annual Fund Manager der Universität von Leeds, England, startete am 17. November ein Hashtag-Experiment zusammen mit ein paar eingeweihten Kontakten. Er wollte das Thema «Spenden an Universitäten» promoten und schauen, welche Resonanz er dafür auf Twitter erzeugen konnte.

Er nutzte den #charitytuesday-Hashtag und schrieb zwei Tweets im Abstand von wenigen Minuten:

«About to send a #charitytuesday – do RT my next tweet!»
(Sende gleich einen #charitytuesday – bitte meinen nächsten Tweet RT (=retweeten)

«Why not give back to your UK university this #charitytuesday? http://bit.ly/Z0NDc Pls RT! 8:20 AM Nov 17th from web»
(Wie wärs wenn Ihr Eurer Universität was zurückgeben würdet an diesem #charitytuesday? http://bit.ly/Z0NDc Bitte RT!»

Die angegebene Kurz-URL bezeichnete eine Blogseite, die Salmon auf Posterous vorbereitet hatte. Dort erklärte er, warum es eine gute Sache ist, seine Alma Mater zu unterstützen und bot auch eine Liste mit Spendenseiten von Universitäten.

Am Tag danach berichtete er auf dem UK Fundraising-Blog über die ersten Ergebnisse. Er konnte zwar keine direkten Spendenresultate vorweisen, aber doch eine ziemliche Themen-Resonanz via Retweets bzw. Besuchen auf der Blogseite und auf der Spendenseite seiner eigenen Universität:

«Wir hatten 102 Tweets der Botschaft, der letzte erschien heute Morgen vom legendären Ken Burnett, also ist die Botschaft immer noch da draussen! Manche Leute kürzten den Link nochmals neu, das kann ich dann nicht direkt verfolgen. Das heisst, dass 102 die Mindestanzahl an Tweets ist…
Manche kamen auch via Facebook…

Ganz grob kann man davon ausgehen, dass jeder Mensch, der twittert, durchschnittlich 50 Follower hat. Dann bedeutet das, dass wir irgendwann gestern ca. 5′000 Kontakte auf dem First-Level erreicht haben…
Der Link wurde 634 mal angeklickt, das bedeutet einen Durchschnitt von 5 Klicks per Tweet…
Zwei Drittel kamen aus England, ein Drittel war international verteilt, hauptsächlich in den USA, aber auch in vielen anderen Ländern…

Die Spitzenzeiten waren zwischen 1 und 2 Uhr nachmittags hier in England und dann nach 4 Uhr nachmittags, als die Ostküste der USA online kam. Da waren es jeweils ca 20 Tweets pro Sekunde…

568 Besuche auf der Blogseite gestern, davon 96% neue Besucher. Die allermeisten lasen nur den Artikel und verliessen die Seite dann wieder. Jedoch gab es auch 166 neue Besucher auf der Liste mit Online-Spendenseiten, aus 34 Ländern…

Auf der Alumni Fundraising-Seite von Salmons Universität waren 86% mehr Besucher als am Tag vorher, aber noch keine Spenden. 12 Besucher schauten sich das Spendenformular an und 5 die Lastschriftenseite. Nur ein Drittel der Besucher waren neu auf der Seite, die meisten könnten andere Fundraiser gewesen sein…»

Fazit:
Twitter ist, solange es nicht um ein brandheisses oder sehr interessant aufgemachtes Thema geht, (noch) kein direktes Spendeninstrument. Es ist jedoch ein gutes Instrument, um in einer kleinen, aber kommunikationsaffinen Zielgruppe die eigene Botschaft zu verbreiten, bzw. sich als informierende und kommunizierende NPO zu positionieren. Wir selber folgen auf Twitter unter anderem @greenpeace_ch, @Tierschutznews und dem @WWF_Schweiz und freuen uns über Hinweise über andere aktiv twitternde NPO.