Mit ‘Latrinen’ getaggte Artikel

Give a sh…

Donnerstag, 26. November 2009

Aus Gründen der Klarheit werden wir in der englischen Formulierung im Folgenden auf die dezenten Pünktchen verzichten: «Give a Shit» wird im amerikanischen Sprachgebrauch üblicherweise als Negierung gebraucht: « I don’t give a shit.». Zu übersetzen als «Es ist mir sch…egal.».

Die positive Form bedeutet dann also: Es ist mir wichtig!

Oxfam USA hat diese Phrase nun spielerisch und witzig umgesetzt, um für ihren virtuellen Geschenkshop «Oxfam Unwrapped» zu werben, über das Geschenk von Mist als Dünger an Farmer in Entwicklungsländern. «Give a Shit» wird damit doppeldeutig als «Kümmern Sie sich/wir uns!» und als «Schenken Sie Sch…».

Die Diskussion darüber hält sich in den USA in Grenzen. Jeff Trexler, Professor für Social Entrepreneurship an der Pace University in New York, hofft jedoch in seinem Blog dringend, dass das Motto die überbenutzte Phrase «Raising Awareness» («Bewusstseinsbildung») ersetzt…

Bei Oxfam Unverpackt Deutschland geht es grundsätzlich um das gleiche Thema, wenn auch etwas dezenter. Denn hier wird für eine Latrine als virtuelles Geschenk geworben. Aus einer Pressemitteilung von Oxfam via Social Times:

(Oxfam). Mit einem Klo die Welt verbessern? Dank Oxfam ist das möglich. Unter den Charity-Geschenken der Organisation gibt es ab jetzt eine Latrine mit Deckel und Sichtschutz – wie sie an vielen Orten der Welt bitter nötig ist: Fast 40 Prozent der Weltbevölkerung müssen nach Oxfam-Angaben ihre Notdurft in einfachen Löchern, auf Äckern oder in Straßengräben verrichten.

Bild zur Nachricht

Weltweit haben 2,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Sanitäreinrichtungen und sind von Krankheiten und Seuchen als Folge mangelnder hygienischer Versorgung bedroht. Jedes Jahr sterben 1,6 Millionen Menschen an Durchfallerkrankungen – 90 Prozent von ihnen sind Kinder unter fünf Jahren, die meisten in Entwicklungsländern.

Unter den Charity-Geschenken von OxfamUnverpackt gibt es jetzt für 36 Euro eine Latrine mit Deckel und Sichtschutz – und fertig ist der stille Ort für die schnelle Nothilfe bei Naturkatastrophen in Entwicklungsländern oder in Flüchtlingslagern.

Und so funktioniert es: Der Beschenkte erhält eine witzige Grußkarte mit einem Kühlschrankmagnet, auf dem eine Latrine abgebildet ist. Mit dem Geschenk unterstützt man Nothilfe-Projekte von Oxfam und trägt so nicht nur zur Verbesserung der sanitären Situation in Katastrophen- und Krisengebieten bei, sondern schafft auch Bewusstsein für ein Thema, über das kaum jemand spricht.

Mehr Informationen zu OxfamUnverpackt unter www.oxfamunverpackt.de.

Beides sehr orginelle Ansätze, um ein verpöntes Thema witzig oder ansprechend zu verpacken und wir denken auch, dass sie bei den Oxfam-Zielgruppen, amerikanisch und deutsch, gut ankommen sollten. Was meinen Sie?