Mit ‘MSF’ getaggte Artikel

MSF Reloaded – die Diskussion geht weiter.

Montag, 14. September 2009

Die absolut spannende Debatte um den Video-/Audiospot von Médecins Sans Frontières, der seit letzten Monat in britischen Kinos erscheint, geht weiter.

Laut Ian Wilhelm auf dem Give&Take Blog von Philanthropy.com wird heftig diskutiert. Auch darüber, ob der Spot Afrika stereotypisiert oder das Image von Afrika negativ ausbeutet.

Der Web-Editor von MSF hat sich in die Diskussion eingeschaltet und sie ausdrücklich begrüsst. Er schreibt: «Auch wenn wir herausfinden, dass es nicht “funktioniert”, bleibt die Erfahrung für uns sehr wichtig, in den direkten und offenen Dialog mit den Menschen gekommen zu sein.

Laura Freschi, vom New York University Development Research Institute, spiegelt unsere eigene Meinung zum Spot genau wieder:

Sie findet ihn zwar eindrücklich, aber zu hoffnungslos und schreibt im Aid Watch Blog: «Nachdem ich den Spot mehrmals angeschaut hatte (etwas, das ich nicht weiter empfehlen würde), fühle ich mich verstört und hoffnungslos. Als ob nichts, was ich überhaupt jemals tun könnte, und schon gar nicht eine Spende von ein paar Dollar, irgendeine Wirkung auf das grosse, unbegreifbare Leiden in der Welt haben könnte.»  Sie stimmt zu, dass der Spot die Leute zum Reden gebracht hat, fragt jedoch, ob es das wert war.

Lesen Sie hier weiter.

Wie gross darf ein Problem sein?

Dienstag, 11. August 2009

Wir haben gestern das neueste Video von MSF United Kingdom auf YouTube gesehen und in der Fundraising-Gruppe auf Xing zur Diskussion gestellt. Die sich gemeldet haben, fanden es “eklig” bis “unethisch”.  Auch MSF selbst ist sich anscheinend nicht ganz sicher, was sie davon halten sollen, denn auf der Website von MSF UK wird das Video ganz offen zur Diskussion gestellt und um Feedback gebeten.

Als Fundraiser finden wir das Video nicht an sich schlecht oder unseriös.  Wir finden die Qualität (erkennbarer Ton-Loop) des Ganzen zwar etwas dürftig, aber die wirklich wichtige Frage stellt sich für uns in einem ganz anderen Zusammenhang:

Was bietet MSF dem Spender als Lösung gegen das beschriebene und gehörte Grauen?  MSF kann den Jungen medizinisch versorgen, aber wie sieht es mit der psychologischen Betreuung für ihn und seine vergewaltigten Schwestern aus? Kann MSF seine Eltern wieder lebendig machen, ihm neue Eltern verschaffen? Dafür sorgen, dass er trotz allem einigermassen gesund heranwächst? Dafür sorgen, dass solche Dinge in unserer Welt nicht mehr geschehen?

Wo steht also meine kleine Spende im Verhältnis zum Ausmass des im Video geschilderten Grauens? Gibt mir dieses Missverhältnis als Spender nicht eher ein machtloses als ein motivierendes Spendegefühl? Und, indem mich das Video diese unlösbaren Fragen stellen lässt, ist es nicht eher ein Eigentor für MSF?

Oder denken die meisten Spender gar nicht so weit? Was meinen Sie?

Wir haben diese Fragen auch Polly Markandya von MSF UK gestellt – sie schreibt dazu Folgendes (sinngemäss übersetzt):

«Ich stimme bei, dass der Spot zwar das Grauen, das wir in unserer Arbeit miterleben, gut zeigt. Aber vielleicht nicht so gut erklärt, wie wir helfen und was wir dagegen tun. Man kann in einem 60-Sekunden-Spot eben nur begrenzt Kommunikationsziele erreichen. Der Spot richtet sich daher vornehmlich an die breite Öffentlichkeit, die leider meist nicht wirklich nachdenken will über die Situation an Orten der Welt, die wir selbst so gut kennen. Wir hoffen daher, dass dieser direkte und erschütternde Audiospot die Menschen in ein Leben hineinzieht, das sich sehr von ihrem eigenen unterscheidet und ihnen bewusst macht, dass MSF eben an diese Orten ist und hilft.

Der Spot wurde von unserer Kommunikationsabteilung und unserer Pro Bono Werbeagentur McCann Erickson als Bewusstseins-Werbung kreiert, nicht so sehr als Direct-Response Fundraising-Werbung. Deshalb bricht der Spot auch einige “Fundraising-Regeln”.

Ich muss sagen, dass die Anzahl der Feedbacks, die wir erhalten haben, ob direkt wie Ihres oder auch via Blogs etc., zeigt, dass der Spot Menschen wirklich berührt – sowohl im positiven als auch im negativen Sinne.

Ich verstehe völlig, wie verstörend das Audio ist und ich denke, für Eltern ist es besonders schwierig (ich habe selbst zwei kleine Kinder). Aber insgesamt denke ich, es wirkt und es ist weniger entwürdigend für das Kind als ein visuelles Bild seines Leidens.»

(Email von Polly Markandya, Interim Head of Communications, Medecins Sans Frontieres, London)

Wirkt weltweit.

Freitag, 07. August 2009

Eine NPO und ihr USP – auf gute Art auf den Punkt gebracht: die neue Dachmarkenkampagne von Ärzte ohne Grenzen «Wirkt weltweit!».

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