Ein neues Kampagnen-Video für den amerikanischen «Breast Cancer Awareness Month” will mit der kanadischen Fernsehmoderatorin Aliya-Jasmine eine jüngere Generation erreichen. Ob sie das schafft?
Über das Video ist unter anderem auf Osocio eine heisse Diskussion entbrannt:
«Ich denke, das schreit nach einem Parodie-Spot. Ich habe nichts mehr so ungeheuerliches gesehen seit den letzte PETA-Anzeigen.»
« Ich finde es ziemlich witzig und wenn man dran denkt, wie viel normales Unterhaltungszeug so daherkommt, dann ist es doch mal erfrischend, wenn es um was Anderes geht. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass sich Leute drüber ärgern, aber wenn es drum geht, dass man über Brustkrebs redet, dann wird es wahrscheinlich schon wirken.»
«Als ich auf der Konferenz über Social Marketing im Gesundheitswesen war, diskutierte man dort über die Vorstellung, dass traditionelle Werbeagenturen soziale Themen eher nicht “kapieren”. Ich denke das ist ein Beispiel dafür. Der Spot erregt Aufmerksamkeit, sicher. Sex sells, das ist klar. Aber worum geht es hier? Was soll ich tun, wenn ich den Spot gesehen habe? Wenn es ein Thema braucht, das kein extra “Bewusstsein” schaffen muss, dann ist es Brustkrebs. Kampagnen müssen weiter gehen und Leute wirklich motivieren, etwas zu tun.»
«Ich habe gemischte Gefühle, aber aus anderen Gründen als die meisten Leute. Ich denke, es ist brillant, Sex zu benutzen um ein Thema zu verkaufen, wenn die Zielgruppe junge Männer ist. Aber hier wird ja zu nichts aufgerufen. Was sollen die Jungs denn tun, wenn sie das Video gesehen haben? Sie wissen, dass sie Brüste lieben. Sie wissen, dass Brustkrebs Menschen tötet…. Sie haben total den Zug verpasst, ihre Zuschauer einen Schritt weiter zu führen. Am Ende ist nichtmal eine Webseite angezeigt. Wollen sie Spenden? Wollen sie, dass die Jungs ihre Freundinnen überzeugen, eine Mammographie machen zu lassen (was in dem Alter überflüssig ist)? Bewusstsein um des Bewusstseins willen ist nutzlos, wenn es nicht aktiv umgesetzt wird. Aber was mir gefällt, ist wie sie das Thema umgearbeitet haben, sodass es zu etwas wird, was auch Männer interessiert.»
«Ich bin nicht sicher, ob der Zweck hier die Mittel heiligt. Das Herzeigen und der Fokus auf die Brüste ist ganz klar sexistisch. Es braucht lange, bevor man überhaupt merkt, dass es bei dem Spot nicht darum geht. Es scheint die Zielgruppe ist eher männlich als weiblich. Es soll vermutlich mithilfe angeheizter Männer viral werden und so auch von Frauen bemerkt werden. Ich habe nicht richtig verstanden, welche Organisation dahinter steht oder ihre Webseite gesehen. Vielleicht habe ich zu lange auf die Brüste geschaut? Ich denke, Sexismus sollte auch für einen guten Zweck vermieden werden. PETA macht das ständig und sie setzen auch auf andere unethische Taktiken. Wer mit dem Schwert lebt, wird durch das Schwert umkommen. So ist es auch hier. Das Schwert des Sexismus tötet die Botschaft.»
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