Mit ‘Social Media’ getaggte Artikel

Helpedia-Portale für NPO.

Montag, 11. Januar 2010

Von Helpedia am Fundraising Kongress 2009 in Fulda beworben, sind nun die White Label-Lösungen für NPO erhältlich. Laut einer Meldung der Social Times im Dezember sind die Organisationen Ärzte für die Dritte Welt und Komen Deutschland bereits mit eigenen Community-Portalen von Helpedia im Internet.  Auf den Portalen können Spender/User Profile anlegen und eigene Spendenaktionen starten, zu denen sie ihre Freunde einladen.

Die Helpedia-Lösungen können in den Webauftritt von NPO eingebaut werden, sie können ausserdem zu Facebook und Twitter verlinkt werden, sodass die Inhalte über diese Kanäle weiter verbreitet werden. Dr. Harald Kischlat, Generalsekretär von Ärzte für die Dritte Welt, sieht Vorteile in der Interaktivität, in der Möglichkeit, neue und jüngere Spendergruppen zu gewinnen und in der Möglichkeit, den Ärzten vor Ort ein Gesicht und eine Stimme zu geben. Helpedia bietet technische und inhaltliche Betreuung sowie das Hosting der Portale, sodass der Betreuungsaufwand für die NPO relativ gering bleibt.

Quelle:
Social Times

Den Spendenkuchen vergrössern?!

Freitag, 27. November 2009

Immer mehr Organisationen aus immer mehr Arbeitsbereichen drängen sich im Spendenmarkt. Bei gleichbleibendem Spendenvolumen bedeutet das – marktwirtschaftlich gedacht – dass die Spendenanteile der einzelnen Organisationen immer kleiner werden, bzw. eine Verdrängung stattfindet.

Aber wäre es auch möglich, das Spendenvolumen zu vergrössern? Auf lange Sicht durch eine gesamtgesellschaftliche Förderung der Spendenkultur? Oder mittelfristig durch gezielte lokale oder regionale Förderung?

Im amerikanischen Bundesstaat Minnesota wird Letzteres versucht. GiveMN, eine neue Online-Plattform, soll die Einwohner  ermuntern, die gemeinnützige Arbeit in ihrem Bundesstaat zu stärken. Und will den «Spendenkuchen» für alle Organisationen vergrössern.

Am 17. November führte GiveMN einen ersten Fundraising-Event durch, den «Give to the Max»-Tag. Während 24 Stunden wurden alle Privatspenden gematcht und es gab Incentives für die Organisationen, die die meisten Einzelspenden einnahmen. Für den «Give to the Max»-Tag wurde ausser Social Media eine  Vielzahl an Fundraising- und Marketing-Massnahmen eingesetzt.

Das inoffizielle Resultat nach 24 Stunden: 14 Millionen Dollar an Spenden für mehr als 3′400 NPO in Minnesota.

Eine Mitarbeiterin: «Was mich total verblüffte, war, dass mehr als 45′000 Minnesotaer spendeten! Und mehr als 350 Organisationen erhielten jeweils mehr als $10′000 an Spenden. Wir haben viel Freude an den glücklichen Rückmeldungen von NPO in unserem Staat. Was wir dabei am tollsten finden, ist die Anzahl der NPO, die von Neuspendern berichten. Die schönsten Dankeschöns kommen von kleinen NPO, die nie die Ressourcen hatten, um Online Fundraising machen und jetzt total begeistert sind.»

GiveMN schätzt, dass mehr als 20′000 Spender auf der Spendenseite Konten einrichteten. Jetzt wird es darauf ankommen, aus diesen Menschen eine aktive Community zu bauen. Der Schlüssel dazu sind die Mitarbeiter, die angestellt wurden, um die GiveMN-Community für Spender attraktiv zu machen. Privatpersonen können auf der Seite lokale NPO finden und online spenden und sie können eine eigene Seite einrichten, um für eine Organisation Spenden zu sammeln. Für NPO bietet GiveMN einfache und sichere Fundraising-Tools. Die Seite selbst läuft auf Razoo, einer Online-Spendenplattform.

Ein Grund, GiveMN aufzubauen, lag unter anderem in den Ergebnissen der Studie «Community Philanthropy 2.0» der San Francisco Foundation und der Saint Paul Foundation. Sie hatte deutlich gezeigt, dass High-Level-Spender, besonders die 30-49-Jährigen, Social Media intensiv nutzen,  aber zum Grossteil noch nie von starken und vertrauenswürdigen Organisationen involviert worden sind.

Quelle: Beth’s Blog

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Twitter Hashtag-Experiment.

Mittwoch, 25. November 2009

Hashtags (#) sind Zeichen, die Twitterer nutzen, um Themen mit Schlüsselwörtern zu kennzeichnen, sodass sie leichter gesucht und gefunden werden können.

So gibt es auch den Hashtag #charitytuesday. Er wurde in der Twittergemeinde erfunden, um für  Spendenthemen oder NPO zu werben.

Adrian Salmon, Annual Fund Manager der Universität von Leeds, England, startete am 17. November ein Hashtag-Experiment zusammen mit ein paar eingeweihten Kontakten. Er wollte das Thema «Spenden an Universitäten» promoten und schauen, welche Resonanz er dafür auf Twitter erzeugen konnte.

Er nutzte den #charitytuesday-Hashtag und schrieb zwei Tweets im Abstand von wenigen Minuten:

«About to send a #charitytuesday – do RT my next tweet!»
(Sende gleich einen #charitytuesday – bitte meinen nächsten Tweet RT (=retweeten)

«Why not give back to your UK university this #charitytuesday? http://bit.ly/Z0NDc Pls RT! 8:20 AM Nov 17th from web»
(Wie wärs wenn Ihr Eurer Universität was zurückgeben würdet an diesem #charitytuesday? http://bit.ly/Z0NDc Bitte RT!»

Die angegebene Kurz-URL bezeichnete eine Blogseite, die Salmon auf Posterous vorbereitet hatte. Dort erklärte er, warum es eine gute Sache ist, seine Alma Mater zu unterstützen und bot auch eine Liste mit Spendenseiten von Universitäten.

Am Tag danach berichtete er auf dem UK Fundraising-Blog über die ersten Ergebnisse. Er konnte zwar keine direkten Spendenresultate vorweisen, aber doch eine ziemliche Themen-Resonanz via Retweets bzw. Besuchen auf der Blogseite und auf der Spendenseite seiner eigenen Universität:

«Wir hatten 102 Tweets der Botschaft, der letzte erschien heute Morgen vom legendären Ken Burnett, also ist die Botschaft immer noch da draussen! Manche Leute kürzten den Link nochmals neu, das kann ich dann nicht direkt verfolgen. Das heisst, dass 102 die Mindestanzahl an Tweets ist…
Manche kamen auch via Facebook…

Ganz grob kann man davon ausgehen, dass jeder Mensch, der twittert, durchschnittlich 50 Follower hat. Dann bedeutet das, dass wir irgendwann gestern ca. 5′000 Kontakte auf dem First-Level erreicht haben…
Der Link wurde 634 mal angeklickt, das bedeutet einen Durchschnitt von 5 Klicks per Tweet…
Zwei Drittel kamen aus England, ein Drittel war international verteilt, hauptsächlich in den USA, aber auch in vielen anderen Ländern…

Die Spitzenzeiten waren zwischen 1 und 2 Uhr nachmittags hier in England und dann nach 4 Uhr nachmittags, als die Ostküste der USA online kam. Da waren es jeweils ca 20 Tweets pro Sekunde…

568 Besuche auf der Blogseite gestern, davon 96% neue Besucher. Die allermeisten lasen nur den Artikel und verliessen die Seite dann wieder. Jedoch gab es auch 166 neue Besucher auf der Liste mit Online-Spendenseiten, aus 34 Ländern…

Auf der Alumni Fundraising-Seite von Salmons Universität waren 86% mehr Besucher als am Tag vorher, aber noch keine Spenden. 12 Besucher schauten sich das Spendenformular an und 5 die Lastschriftenseite. Nur ein Drittel der Besucher waren neu auf der Seite, die meisten könnten andere Fundraiser gewesen sein…»

Fazit:
Twitter ist, solange es nicht um ein brandheisses oder sehr interessant aufgemachtes Thema geht, (noch) kein direktes Spendeninstrument. Es ist jedoch ein gutes Instrument, um in einer kleinen, aber kommunikationsaffinen Zielgruppe die eigene Botschaft zu verbreiten, bzw. sich als informierende und kommunizierende NPO zu positionieren. Wir selber folgen auf Twitter unter anderem @greenpeace_ch, @Tierschutznews und dem @WWF_Schweiz und freuen uns über Hinweise über andere aktiv twitternde NPO.

Frauen in Social Media.

Dienstag, 24. November 2009

Das alte Stereotyp von den kommunikativen Frauen und den stillen Männern scheint sich auch im Zeitalter der social media zu bewahrheiten. Was für NPO natürlich besonders von Interesse ist…

Brian Solis stellt in seinem PR 2.0-Blog die These auf – und untermauert sie auch gleich mit Zahlen – dass Frauen in Social Media den Ton angeben. Laut Solis sind die Geschlechterverhältnisse in amerikanischen Social Media wie folgt:

Facebook:
Männer: 43%
Frauen: 57%

Delicious
Männer: 48%
Frauen: 52%
(Social Bookmarking-Seite)

Docstoc
Männer: 41%
Frauen: 59%
(Community-Seite zum Austausch professioneller Dokumente)

Flickr
Männer: 45%
Frauen: 55%
(Community-Seite für Fotos)

Myspace
Männer: 36%
Frauen: 64%

Ning
Männer: 41%
Frauen: 59%
(Seite um eigene soziale Netzwerke zu gründen)

Twitter
Männer: 43%
Frauen: 57%

Upcoming.org
Männer: 45%
Frauen: 55%
(Community-Seite für lokale Events)

Ustream.tv
Männer: 34%
Frauen: 66%
(Community für Videostreaming)

Yelp
Männer: 43%
Frauen: 57%
(Community für Bewertungen aller Art)

Socialsplash
Männer: 35%
Frauen: 65%
(Community für Partyfotos)

Solis liefert auch eine Grafik von InformationisBeautiful dazu, die die Matriarchats- oder Patriarchatsverhältnisse in diesen und weiteren Communities darstellt:

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Unter diesem Link findet sich auch noch eine detailliertere Nutzeranalyse.

Es wäre interessant zu wissen, wie die Verhältnisse in Deutschland und der Schweiz aussehen. Weiss jemand, ob es dazu Zahlen gibt?

Jaaaa, aber…

Montag, 23. November 2009

PR-Berater Tapio Liller schreibt in seinem «Open PR»-Blog über die ganzen «Ja, aber..»-Argumente, die kommerzielle Unternehmen ins Feld führen, wenn es darum geht, Social Media nicht einzusetzen. Wir denken, manche dieser Argumente könnten auch von NPO kommen, weshalb wir sie hier – mitsamt Lillers Gegenargumenten – zitieren (*…* =  Originalzitat für NPO angepasst):

1. «…wer nutzt denn dieses neumodische Zeug überhaupt?»
Knapp 67 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahre nutzen das Internet. 40 Prozent der deutschen Internetnutzer haben schon einmal Online-Communities genutzt, 27 Prozent tun es regelmäßig (das sind 11,61 Millionen Menschen!). Bei den 14-19jährigen sind 79 Prozent in Onlinecommunities unterwegs.

2. «…woher sollen wir denn die Zeit dafür nehmen?»
Fragen Sie lieber, auf welche Medien die Menschen, die Sie erreichen möchten, jetzt mehr Zeit verwenden als früher und überprüfen Sie ihre Prioritäten. Wenn sich ihre Zielgruppe bevorzugt im Internet und dort in Social Media informiert und unterhält, geben Sie diesem Medium grundsätzlich mehr Gewicht in ihrer Kommunikationsstrategie. Dann haben Sie auch Zeit dafür.

3. «…ich bekomme dafür keinen Cent extra Budget!»
Wenn Sie ihre Kommunikation wirklich neu gewichten wollen, brauchen Sie wahrscheinlich kein extra Budget. Sie müssen zunächst nur auf Aktivitäten verzichten, die nicht mehr zu den Kommunikations- und Informationspräferenzen Ihrer Zielgruppe passen. Fangen Sie bei Werbeanzeigen und Mailingaktionen an.Für Werbebudgets sind Sie nicht zuständig? Dann holen Sie den verantwortlichen Kollegen an den Tisch und entwerfen Sie gemeinsam eine neue Strategie!

4. «*…damit kriegen wir doch keine Spenden!
Gegenfrage: Konnten Sie bei Ihren bisherigen *
Fundraisingmassnahmen zweifelsfrei belegen, dass sie Ihnen in jedem Fall Spenden bringen?*
Was ist Ihnen mehr wert, ein *
Spender, der Ihre Organisation* weiterempfiehlt und 20 seiner Freunde und Kollegen plus Hunderte “Mitleser” bekommen es mit? Oder ein Direktmailing, von dem im besten Fall 97 Prozent für den Papierkorb bedrucktes Papier sind?

5. «…für Kommunikation ist doch unsere *Kommunikationsabteilung* zuständig!»
Kann die *
Kommunikationsabteilung auf alle Fragen, Anregungen, Beschwerden und das Lob ihrer Spender* bestmöglich eingehen? Wenn ja, sind sie die richtigen Leute für den Dialog im Social Web.
In der Regel wird es aber in *
Ihrer Organisation* viele verschiedene Personen geben, die abhängig von Situation und Thema die besseren Ansprechpartner sind. Wenn diese Personen Spaß daran haben, ihr Know-how zu teilen, sollten Sie sie mit an Bord holen.

6. «…wo kommen wir hin, wenn plötzlich jeder *Organisationssprecher* sein will?»
Wer sagt denn, dass das plötzlich jeder will? Das Gespräch mit der Öffentlichkeit, ob persönlich oder im Social Web, ist nicht jedermanns Sache. Schließlich will man sich nicht blamieren.
Sie sollten aber jedem Mitarbeiter, der gern mit anderen spricht und dabei seine Fachkompetenz beweist, anbieten, Teil des Teams für Online-Kommunikation zu werden. Wenn er Feuer fängt, haben sie auch unter den Kollegen einen Botschafter mehr.

7. «…wer soll denn die Tweets und Blogkommentare freigeben?»
Vergessen Sie Freigaben. Schärfen Sie das Gespür ihrer Mitarbeiter für offenen, ehrlichen und respektvollen Ton im Netz (und offline). Seien Sie ansprechbar für Rückfragen und helfen Sie bei heiklen Angelegenheiten. Sprechen Sie selbst, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Vergessen Sie Freigaben.

8. «…was sollen wir denn da (= Twitter, Blog, Facebook, etc.) alles reinschreiben?»
Fragen Sie Kollegen, welche Fragen die *
Spender* ihnen stellen. Jede Frage birgt ein potenzielles Thema mit Mehrwert z.B. für ein *Organisationblog*. Sprechen Sie darüber, woran *Ihre Organisation arbeitet und wie Ihre Projekte und Dienstleistungen* entstehen. Es gibt immer mehr zu erzählen, als man mit Pressemitteilungen verkünden kann! Fotografieren und filmen Sie was in *der Organisation* passiert. Interviewen Sie die eigenen Experten. Nehmen Sie Kommentare und Kritik als Anregung für Neues.

9. «…was wenn wir in Kommentaren kritisiert oder beleidigt werden?»
Nehmen Sie sachliche Kritik als Geschenk und als Chance etwas besser zu machen. Wer weiß, vielleicht stimmt etwas nicht mit ihrem Produkt?! Geben Sie Kritik an die relevanten Kollegen weiter und erfragen Sie, was damit passieren wird. Wenn daraus eine schnelle Verbesserung entstehen kann, sprechen Sie mit dem Kritiker darüber. Wenn es länger dauert, signalisieren Sie zumindest, dass der Kritiker gehört wurde, denn Schweigen kann auch sprechen. Machen Sie von ihrem Hausrecht im Blog gebrauch und definieren Sie, was für Sie den “guten Ton” ausmacht. Wer sich nicht daran hält, darf sich nicht über gekürzte oder gesperrte Kommentare wundern.
Bevor sie auf beleidigende Äußerungen reagieren, atmen Sie tief durch und überlegen, ob es die Aufregung wirklich wert ist. Bleiben Sie sachlich. Mancher Ärger hat seine Ursache in einem Missverständnis. Greifen Sie zum Telefon und klären Sie die Sache persönlich. Bevor Sie im äußersten Fall ihren Anwalt bemühen, sollten Sie wissen, was der “Streisand-Effekt” ist und diesen anschaulichen Blogpost lesen. Dann greifen Sie zum Telefon und klären die Sache persönlich.

10. «…bei uns sind Facebook, Twitter und Co. von der IT-Abteilung gesperrt.»
Trauen Sie Ihren Mitarbeitern zu, dass sie verantwortungsvoll mit ihrer Arbeitszeit umgehen und erwirken Sie eine Aufhebung dieser Regel. Helfen Sie ihren Mitarbeitern dabei Social Media für ihre Arbeit gezielt und effektiv einzusetzen. Sensibilisieren Sie ihre Mitarbeiter für die möglichen Fallstricke sorglosen Umgangs mit vertraulichen und geschäftsrelevanten Informationen. Das gilt übrigens auch für die Offline-Welt. Wenn das alles nicht möglich ist, weil ein Oberboss sich partout querlegt, machen Sie sich auf die Suche nach einem Job in *einer Organisation*, dem die Zukunft der Kommunikation wichtig ist.