Viel zu viele Organisationen klammern sich an ihre alternden Spender und versuchen gar nicht, Strategien zu entwickeln, um Jüngere anzusprechen. Das Argument ist dann immer, dass diese eben nicht so gut spenden. Das mag ja im Moment noch so sein, aber wer die Jüngeren heute nicht anspricht, dem spenden sie vermutlich morgen auch nicht…
Einen schönen Ansatz, junge Menschen nicht zu Spenden, sondern zu Multiplikations-Aktivität zu mobilisieren, präsentiert Helvetas mit «Spende Deine Idee». Junge Menschen sollen Videos zum Thema «Mit Wasser gegen Hunger» drehen, diese hochladen und verschicken und damit auch in ihrem Umfeld für Unterstützung für Helvetas werben.
Eine emotionale Videokampagne von Save the Children, UK. Eltern und Geschwister erzählen von Kindern, die an vermeidbaren und heilbaren Krankheiten wie Malaria oder Durchfall gestorben sind. Die Videos sind Teil der Kampagne «Save the Children – Every one» (Ein hübsches Wortspiel, das sowohl bedeutet “Rettet jedes Kind!” als auch “Rettet die Kinder, Ihr alle!”.
Nicht ganz klar ist, wo und wie diese Videos eingesetzt werden. In der hier gezeigten Vollversion sind sie eher zu lang und ruhig für das Format eines Werbespots im Fernsehen oder im Kino.
Plane Stupid (Englisches Wortspiel für «Plain Stupid» = «Schlicht und einfach dumm») ist eine britische Aktivisten-Organisation, deren Ziel es ist, die weitere Expansion des Luftverkehrs zu verhindern. Die Organisation machte bisher mit gewagten Aktionen auf sich aufmerksam (siehe Greenpeace Magazin). Ob sie sich allerdings mit dem neuesten Video einen Gefallen getan haben, ist zu bezweifeln: Eisbären fallen zwischen Wolkenkratzern vom Himmel und zerschellen blutig auf Gebäuden, Strassen und Autos.
Vielleicht findet und überschritt der Zuschauer ja die dünne Gedankenbrücke zwischen der CO2-Statistik und den blutig verendeten Eisbären. Aber viele Zuschauer dürften sich bei diesem Video auch an die schrecklichen Bilder von Opfern des 9/11-Anschlags erinnern, die sich aus den Wolkenkratzern stürzten. Und das Video dann alles andere als sympathisch finden.
Die Diskussionen auf Youtube, Osocio und sonst im Netz sind denn auch eher angewidert bis zynisch und ein Kommentator fragt, warum sich «Umweltgruppen bloss immer so in den Fuss schiessen». Auf Deutsch heisst das «ein Eigentor schiessen» und das ist hier unserer Meinung nach sicher der Fall.
Ein neues Kampagnen-Video für den amerikanischen «Breast Cancer Awareness Month” will mit der kanadischen Fernsehmoderatorin Aliya-Jasmine eine jüngere Generation erreichen. Ob sie das schafft?
Über das Video ist unter anderem auf Osocio eine heisse Diskussion entbrannt:
«Ich denke, das schreit nach einem Parodie-Spot. Ich habe nichts mehr so ungeheuerliches gesehen seit den letzte PETA-Anzeigen.»
« Ich finde es ziemlich witzig und wenn man dran denkt, wie viel normales Unterhaltungszeug so daherkommt, dann ist es doch mal erfrischend, wenn es um was Anderes geht. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass sich Leute drüber ärgern, aber wenn es drum geht, dass man über Brustkrebs redet, dann wird es wahrscheinlich schon wirken.»
«Als ich auf der Konferenz über Social Marketing im Gesundheitswesen war, diskutierte man dort über die Vorstellung, dass traditionelle Werbeagenturen soziale Themen eher nicht “kapieren”. Ich denke das ist ein Beispiel dafür. Der Spot erregt Aufmerksamkeit, sicher. Sex sells, das ist klar. Aber worum geht es hier? Was soll ich tun, wenn ich den Spot gesehen habe? Wenn es ein Thema braucht, das kein extra “Bewusstsein” schaffen muss, dann ist es Brustkrebs. Kampagnen müssen weiter gehen und Leute wirklich motivieren, etwas zu tun.»
«Ich habe gemischte Gefühle, aber aus anderen Gründen als die meisten Leute. Ich denke, es ist brillant, Sex zu benutzen um ein Thema zu verkaufen, wenn die Zielgruppe junge Männer ist. Aber hier wird ja zu nichts aufgerufen. Was sollen die Jungs denn tun, wenn sie das Video gesehen haben? Sie wissen, dass sie Brüste lieben. Sie wissen, dass Brustkrebs Menschen tötet…. Sie haben total den Zug verpasst, ihre Zuschauer einen Schritt weiter zu führen. Am Ende ist nichtmal eine Webseite angezeigt. Wollen sie Spenden? Wollen sie, dass die Jungs ihre Freundinnen überzeugen, eine Mammographie machen zu lassen (was in dem Alter überflüssig ist)? Bewusstsein um des Bewusstseins willen ist nutzlos, wenn es nicht aktiv umgesetzt wird. Aber was mir gefällt, ist wie sie das Thema umgearbeitet haben, sodass es zu etwas wird, was auch Männer interessiert.»
«Ich bin nicht sicher, ob der Zweck hier die Mittel heiligt. Das Herzeigen und der Fokus auf die Brüste ist ganz klar sexistisch. Es braucht lange, bevor man überhaupt merkt, dass es bei dem Spot nicht darum geht. Es scheint die Zielgruppe ist eher männlich als weiblich. Es soll vermutlich mithilfe angeheizter Männer viral werden und so auch von Frauen bemerkt werden. Ich habe nicht richtig verstanden, welche Organisation dahinter steht oder ihre Webseite gesehen. Vielleicht habe ich zu lange auf die Brüste geschaut? Ich denke, Sexismus sollte auch für einen guten Zweck vermieden werden. PETA macht das ständig und sie setzen auch auf andere unethische Taktiken. Wer mit dem Schwert lebt, wird durch das Schwert umkommen. So ist es auch hier. Das Schwert des Sexismus tötet die Botschaft.»
NPO in den USA und England können ab sofort ihre YouTube-Videos mit kleinen Anzeigen versehen, die mit ihrer Webseite verlinkt sind. Das heisst ein Aufruf zum Spenden wird nicht mehr einfach wie früher mit einer Angabe der URL abgeschlossen, sondern der Zuschauer und potentielle Spender kann direkt auf die Spendenseite verlinkt werden.
Dieses Feature gab es schon seit März, nur funktionierte es bisher nur als Banner unten auf dem Video und nur, wenn das Video auf YouTube abgespielt wurde. Mit der neuen Version funktioniert die Verlinkung jetzt auch, wenn das Video auf anderen Webseiten eingebettet ist und die Links können überall im Video angezeigt werden.
Das ist schön für NPO in UK und USA – die Frage ist, wann können wir hier davon profitieren? Dieser Frage gehen wir nach und werden Sie wissen lassen, was wir erfahren!